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Zentrum für soziale Integration in Dobrich/BULGARIEN

Seit April 1997 verfolgt die Bulgarische Regierung einen strikten Sparkurs, der zur Folge hat, dass die Arbeitslosigkeit steigt und das Einkommen der ärmeren Bevölkerungsschichten sinkt.

Unterernährung und mangelnde Hygiene haben negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Tuberkuloserate steigt, die Lebenserwartung sinkt, viele Menschen verfallen dem Alkohol, stehen auf der Straße und setzen ihre Kinder aus.
Staatliche Hilfe gibt es kaum, und das ausgedünnte soziale Netz wird zu einem guten Teil von NGO´s wie dem Roten Kreuz aufrecht erhalten.

Das Bulgarische Rote Kreuz hilft den Ärmsten, die sich nicht selbst ernähren können. Meist sind dies ältere Menschen, aber auch Kinder. So betreibt das Bulgarische Rote Kreuz Suppenküchen und verteilt Milch an 8.000 Kinder und Lebensmittel an 100.000 ältere Menschen, um die schlimmste Not zu lindern.

 

"Schloss der Freundschaft"

10 Jahre Zentrum für soziale Integration in Dobrich
Ein Projekt des Bulgarischen Roten Kreuzes und des ÖJRK

Ausgangslage:

Viele Kinder in Bulgarien leben auf der Straße, weil ihre Eltern verschwunden sind oder sich nicht um die Kinder kümmern. Viele Eltern emigrieren und lassen Kinder, die alleine überleben können, zurück. Nur die Kleinsten werden mitgenommen.

Die Initiative:

Betreiben eines Tages- und Nachtzentrums für Straßenkinder.

Die Kinder des Sozialzentrums haben eine berührende Geschichte um "ihr Schloss" selbst verfasst. "Schloss der Freundschaft" ... nennen die Kinder das Zentrum inzwischen, das im April 2000 eröffnet wurde. Das Gebäude ist im Besitz der Stadt Dobrich. Das Bulgarische Rote Kreuz muss keine Miete für das Zentrum zahlen. Die Renovierung und die erste Finanzierung des Zentrums wurden vom Österreichischen Jugendrotkreuz übernommen. Inzwischen werden 2/3 der laufenen Kosten vom Bulgarischen Roten übernommen, der Rest vom Österreichischen Jugendrotkreuz getragen.

Umsetzung:

30 Straßenkinder zwischen 6 und 13 Jahren können im Tageskinderzentrum betreut werden. Hier finden die Kinder ein Zuhause auf Zeit, die Kapazität des Kinderzentrums für soziale Integration ist immer ausgelastet.

Das Zentrum will kein Kinderheim sein, vielmehr handelt es sich um eine Tagesstätte mit Lernbetreuung. Die Kinder werden außerhalb der Schulzeiten von einem Pädagogen- und Psychologenteam betreut. Einmal pro Woche besucht eine Musikpädagogin das Zentrum. Erste-Hilfe-Kurse mit dem Helfi-Programm des Österreichischen Jugendrotkreuzes werden abgehalten. Der "Helfi" wurde 1998 ins Bulgarische übersetzt.
Ebenso befindet sich ein Gemüsegarten auf dem Gelände des Zentrums.

Am Abend gehen die Kinder zu Verwandten oder ehemaligen Nachbarn. In Notfällen stehen natürlich Betten zum Übernachten zur Verfügung - Kuscheltiere inklusive.

Sommerferien werden auf dem Sommercamp am Schwarzen Meer verbracht. Im Schnitt nehmen daran rund 40 Kinder und Jugendliche teil. Hierbei handelt es sich nicht nur um die ca. 25-30 betreuten Kinder, sondern auch um Geschwisterkinder, "frühere" Heimbewohner und Freunde.

Ziel:

Das Integrationszentrum arbeitet nach dem Konzept, die Kinder dabei zu unterstützen, ihre sozialen Beziehungen zu pflegen und zu verbessern.

Integration und Resozialisierung lautet das erklärte Ziel der Einrichtung.