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Lernhilfe

Auf Initiative des Wiener Jugendrotkreuzes im Jahr 2013 ins Leben gerufen, konnte das Projekt „Lernhilfe“ bereits an 24 Wiener Volksschulen etabliert werden und zahlreiche SchülerInnen beim Verbessern ihrer Deutschkenntnisse unterstützen. Da private Nachhilfe für viele Eltern nicht leistbar ist, ist die Nachfrage nach dem „Lernhilfe“-Angebot ungebrochen hoch. 

Unter direkter Bezugnahme auf das Mission Statement des Internationalen Roten Kreuzes – „Das Leben von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit verbessern“ – hat das Wiener Jugendrotkreuz bereits im Jahr 2013 das Projekt „Lernhilfe für Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache“ initiiert. Nicht nur angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme, sondern auch als langfristige und strategische Investition in eine Gesellschaft des Miteinanders steht der Spracherwerb im Zentrum einer funktionierenden Integration und dient als Fundament einer selbstgesteuerten, freien und positiven Entfaltung von jungen Menschen in Gegenwart und Zukunft. 

Mehr Sprachkompetenz, mehr Chancen für die Kinder

Abgesehen von der Schriftlichkeit ist Sprache das wichtigste Medium der Alltagskommunikation, stellt eine wichtige Ressource im Bereich Bildung und Arbeitsmarkt dar, stiftet Identität, symbolisiert Zusammengehörigkeit und ist – im negativen Sinne – verantwortlich für Ungleichheiten im Zugang zu Bildung, Einkommen, zentralen Institutionen und gesellschaftlicher Anerkennung.

Die Lernhilfe des Wiener Jugendrotkreuzes thematisiert in Umsetzung der Rotkreuz-Grundsätze „Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität“ diese Ungleichheiten. Auch angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation gehen wir davon aus, dass der Sprachförderbedarf in der nahen Zukunft einen noch höheren Stellenwert für unsere Gesellschaft einnehmen wird, als er dies in der Gegenwart ohnehin schon hat. Das Projekt „Lernhilfe für Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache“ setzt sich als qualitatives und quantitatives Ziel, im Kontext einer offenen, pluralistischen Gesellschaft des Miteinanders jungen Menschen (in diesem Fall Kinder im Volksschulalter) möglichst früh ein Andocken an die für sie neue Lebensumgebung zu ermöglichen – durch den raschen, intuitiven und natürlichen Erwerb der Sprache.

Multikulturelles Lernen

Zielgruppe des Lernhilfe-Projektes sind SchülerInnen mit Sprachdefiziten und besonderem Sprachförderbedarf mit Schwerpunkt auf Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache bzw. Kinder mit Fluchthintergrund – gelernt wird effektiv und multikulturell. Die bisherigen Erfahrungen und Projektberichte zeigen deutlich, dass eine nachhaltige sprachliche Förderung eine wesentliche Verbesserung der Startsituation ins Leben mit sich bringt und über die Wertschätzung einer echten Mehrsprachigkeit auch die komplexen Anforder­ungen an eine pluralistische, an die deutsche Schriftsprache gebundene Gesellschaft erfüllt. Die hohe und signifikant steigende Nachfrage zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind – neben dem unabdingbaren Erwerb der „alten“ Muttersprache im privaten Kontext und dem institutionalisierten Erwerb der „neuen“ Muttersprache im Regelunterricht. Weil die klassische Nachhilfe für viele betroffene Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache aus ökonomischen Gründen keine Option ist, soll das eingereichte Projekt ohne ökonomischen Mehraufwand, aber bei gleicher qualitativer Zielsetzung einen wesentlichen Beitrag leisten.

Die vom Wiener Jugendrotkreuz angebotene Lernhilfe hat sich an den Partnerschulen zu einem fixen Bestandteil des Lehrangebots entwickelt – was nur Hand in Hand mit der tatkräftigen finanziellen Unterstützung bzw. durch Subventionen möglich ist. Die spielerische und interaktive Auseinandersetzung mit dem Thema, das Arbeiten in kleinen, multikulturell zusammengesetzten Gruppen und die Leitung durch erfahrene und fachlich hochqualifizierte PädagogInnen führten bis dato zu einem signifikanten Leistungsanstieg in Form besserer Noten und vor allem zu einem stark verbesserten Zugang zum sonstigen Wissenserwerb im Regelunterricht – verbunden mit gesteigertem Selbstbewusstsein und einem „Mehr“ an Zugehörigkeitsgefühl zum neuen Lebensumfeld.

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ formulierte Wilhelm von Humboldt. Wir wollen den Kindern im Rahmen der Lernhilfe einen der wichtigsten Schlüssel für diese Welt mit auf den Weg geben.

Unterstützt durch das BMEIA


Kontakt

Katrin   Gottschling
Katrin Gottschling
Leitung Schulservice | WRK Kids | Sommercamp | Lernhilfe
Wiener Jugendrotkreuz
Safargasse 4
1030 Wien
Tel:01/79 580-8201