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Workshops zum Humanitären Völkerrecht in den Schulen

Kontakt

Günter J.   Stummer
Günter J. Stummer
Internationale Zusammenarbeit
Österreichisches Jugendrotkreuz
Tel:+43/1/589 00-378

 

In der Diskussion um Asyl und Integration in Österreich, werden oftmals die Begriffe Asyl, Migration, Religion und Werte achtlos vermischt. So ist zum Beispiel nicht die Religion, sondern die Werte bzw. deren Fehlen sowie fehlende Perspektiven sind das Thema.

In Workshops zum humanitären Völkerrecht erklärt Günter Stummer Schülerinnen und Schülern, was im Krieg erlaubt ist und was nicht. Er selbst war bereits mehrmals in Krisenregionen im Einsatz.

Im Interview erzählt er, warum das Humanitäre Völkerrecht ein wichtiges Thema in Schulen ist.

Warum bietet das Jugendrotkreuz in Schulen Workshops zum Thema humanitäres Völkerrecht an?

Günter Stummer: Einerseits ist die Verbreitung des Humanitären Völkerrechtes eines der ureigensten Aufgabengebiete des Roten Kreuzes und somit auch des Jugendrotkreuzes. Und andererseits reagieren wir damit auf die derzeitige aktuelle Situation um Asyl und Integration in Österreich und die dadurch entstehenden Herausforderungen.

Wie groß ist das Interesse an den Schulen?

Günter Stummer: Das Interesse der Schulen, gerade nach der großen Zuwanderung in Europa und auch in Österrech im Jahr 2015, ist derzeit sehr groß. Seit Schulbeginn im Herbst 2014 haben bereits über 8.400 Jugendliche, Pädagogen und Pädagoginnen an diesem Workshop teilgenommen.

Was möchtest Du den Jugendlichen vermitteln? Und umgekehrt: Was interessiert die Jugendlichen am meisten?

Günter Stummer: Wir wollen mit diesem Workshop den Jugendlichen mit Beispielen aus der geschichtlichen Vergangenheit und der Gegenwart darstellen, dass im Krieg nicht alles erlaubt ist und der Krieg sehr wohl Regeln hat (Schutz von Personen und Regelung der Kriegsführung) aber auch ganz klar herausarbeiten, dass Personen auf der Flucht und auf ihrer Suche nach Asyl ein essentielles Grundrecht haben.

Dabei interessiert die Jugendlichen besonders die Regelung der Kriegsführung, die Genfer Konventionen die dahinter stehen und die dramatischen Darstellungen wie es der Zivilbevölkerung in Situationen des bewaffneten Konflikts ergeht, ganz besonders in der Situation derzeit im Nahen Osten.

Was wissen junge Menschen bereits über die Rolle des Roten Kreuzes in Kriegen und Konflikten?

Günter Stummer: Eigentlich sehr wenig. Unsere Workshops sind die Chance ihnen diese besondere und äußerst wichtige Rolle anhand auch von praktischen Beispielen nahe zu bringen.

Gibt es aktuelle Themen, die Du im Workshop aufgreifst?

Günter Stummer: humanitäre Situation im Nahen Osten, Flucht und Asyl (Asylrecht), Integration in Österreich, Missbrauch von Religionen, Rolle der Zivilbevölkerung in einem bewaffneten Konflikt (sie sind die gefährdetste Personengruppe in einem bewaffneten Konflikt in der Gegenwart), Kriegsverbrechen...

Sollte das humanitäre Völkerrecht HVR ein Unterrichtsfach sein – oder mehr Platz in den Lehrplänen haben?

Günter Stummer: Die Einführung in das humanitäre Völkerrecht sollte wesentlich mehr Platz in den Lehrplänen haben. Es bieten sich besonders die Lehrgegenstände Geschichte, Religion, Geographie … an, um dieses Thema aufzuarbeiten und auch unseren Jugendlichen näher zu bringen. Die Aktualität des Themas zeigt die Bedeutung und Wichtigkeit.