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Entstehung von Tsunamis

Tsunami bezeichnet eine mit einer außergewöhnlich hohen Wellenfront aufs Land schwappende Wassermasse, die überwiegend durch Erdbeben unter dem Meeresboden ausgelöst wird. Auch ein Felssturz, das Kalben eines Eisbergs oder ein Gletschersturz können Tsunamis auslösen.

Tsunamis werden oft als Flutwellen bezeichnet, ihre Entstehung hat jedoch nichts mit den tageszeitlichen Wechseln zwischen Ebbe und Flut (Gezeiten) zutun. Ebenso wenig werden Tsunamis durch Wind verursacht. Sie sind damit von sogenannten Riesen- oder Monsterwellen zu unterscheiden.

Auf offenem Meer werden Tsunamis kaum bemerkt, in Ufernähe jedoch können starke Tsunamis weiträumige katastrophale Schäden verursachen und ganze Küstenstriche verwüsten. Solche Erscheinungen zählen zu den Naturkatastrophen.

Etwa 86 % aller Tsunamis werden durch Hebungen und Senkungen nach Erdbeben verursacht, die restlichen entstehen durch die abrupte Verdrängung großer Wassermassen, bedingt durch Vulkanausbrüche, küstennahe Bergstürze, Unterwasserlawinen oder Meteoriteneinschläge. Auch Nuklearexplosionen können Tsunamis auslösen. Tsunamis treten mit 79 % am häufigsten im Pazifik auf: Am Rand des Stillen Ozeans, in der Zone des Pazifischen Feuerrings, schieben sich tektonische Platten der Erdkruste übereinander. Durch die sich ineinander verhakenden Platten entstehen Spannungen, die sich zu einem nichtvorhersehbaren Zeitpunkt schlagartig entladen, wodurch Erd- und Seebeben ausgelöst werden. Wird dabei eine der tektonischen Platten angehoben, wird auch der Meeresgrund und damit auch die darüberliegende Wassermasse schlagartig angehoben. Durch die Gravitation wird das hochgehobene Wasser wieder in alle Richtungen verteilt, was seine Zeit braucht. So breitet sich die angehobeneWassermasse mit einer Wellenfront in alle Richtungen aus. Meist ist die unterseeische Landhebung nicht flächen-, sondern linienförmig, dann bewegt sich die Wellenfront v.a. in zwei Richtungen.

Ein Erdbeben kann nur dann einen Tsunami verursachen, wenn alle drei folgende nBedingungen gegeben sind:

  • es eine Magnitude von 7 oder mehr erreicht,
  • sein Hypozentrum nahe der Erdoberfläche am Meeresgrund liegt und
  • es eine vertikale Verschiebung des Meeresbodens verursacht, welche die darüber liegende Wassersäule in Bewegung versetzt.

Nur ein Prozent der Erdbeben zwischen 1860 und 1948 verursachten messbare Tsunamis.

Möglich ist auch, dass nicht die unmittelbar durch das Erdbeben bedingte Bewegung des Meeresbodens, sondern ein durch das Erdbeben ausgelöster unterseeischer Hangrutsch den Tsunami verursacht. In einem solchen Fall können schon relativ kleine Erdbeben (ab Magnitude 7) einen Tsunami nach sichziehen.