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Richtlinien & Bestimmungen

Die 10 Baderegeln

1. GESUNDHEIT: Wenn du schwimmen gehst, musst du gesund sein!

2. HINWEISSCHILDER BEACHTEN: Auf den Hinweisschildern kannst du lesen, was im Schwimmbad erlaubt und was verboten ist. Daran musst du dich halten!

3. DUSCHEN, ABKÜHLEN: Geh erst dann ins Wasser, wenn du dich geduscht und abgekühlt hast!

4. KÄLTEGEFÜHL: Bleib nicht im Wasser, wenn dir kalt ist, du kannst sonst Krämpfe bekommen! Krämpfe sind für den Schwimmer gefährlich!

5. OHRENERKRANKUNGEN: Wenn du Ohrenschmerzen oder eine Ohrenverletzung hast, darfst du nicht schwimmen, springen oder tauchen!

6. ESSEN: Wenn du viel gegessen hast, warte eine Stunde, bevor du wieder ins Wasser gehst.

7. STARKE SONNE: Schütz dich vor der Sonne (Sonnencreme, Kappe, T-Shirt)! Wenn dir heiß ist, darfst du nicht ins kalte Wasser springen!

8. ÜBERMUT: Lass dich von anderen nicht dazu überreden, etwas zu tun, was du nicht gut kannst (weit hinausschwimmen, ins tiefe Wasser springen oder tauchen).

9. SPRINGEN: Spring nur dort ins Wasser, wo es erlaubt ist! Du darfst dabei niemanden in Gefahr bringen! Spring ja nicht in Gewässer, die du nicht kennst, es könnten viele Gefahren lauern!

10. VORSICHT IM ERLEBNISBAD: Im Erlebnisbad sind oft viele Menschen. Beobachte daher auch die Leute in deiner Umgebung! Ruf Hilfe herbei, wenn jemand in Gefahr ist!


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Durchführungsbestimmungen ÖSA & ÖRSA

Mit Juni 2006 traten gemäß Erlass Zahl 704.730/0004-VI/4/2005 des Bundeskanzleramtes die Bestimmungen für die Österreichischen Schwimmerabzeichen (ÖSA) und für die Österreichischen Rettungsschwimmerabzeichen (ÖRSA) in Kraft. In den Bestimmungen ist sowohl die Durchführung als auch die Abnahme der Schwimmer- und Rettungsschwimmerabzeichen geregelt. Das Österreichische Jugendrotkreuz ist eine der fünf Organisationen, die mit der Abnahme der offiziellen Schwimmer- und Rettungsschwimmerabzeichen beauftragt wurde.

Hier können Sie die Durchführungsbestimmungen herunterladen. 


Infos rund ums Thema "Sicheres Wassererlebnis"

Tipps für Eltern für ein sicheres Wassererlebnis

  • Genießen Sie mit Ihrem Kind möglichst frühzeitig die Wassergewöhnung, natürlich unter Spiel, Anleitung und Aufsicht.
  • Frühzeitiges Schwimmen lernen ist ebenfalls eine ideale Vorbeugung gegen gefährliche Situationen.
  • Definieren Sie eine bestimmte Person, die für die Beaufsichtigung der (Klein-) Kinder zuständig ist.
  • Kleinkinder müssen im und in der Nähe von Gewässern in unmittelbarerer Reichweite beaufsichtigt werden – größere Kinder in Sichtweite.
  • Schon eine geringe Wassertiefe von einigen Zentimetern kann für ein Kleinkind gefährlich sein. Geraten kleine Kinder mit dem Kopf unter Wasser und sind das nicht gewohnt, werden sie nicht schreien oder zappeln: Kleine Kinder bleiben still und reglos im Wasser liegen und könnten so ertrinken.
  • Achten Sie darauf, dass ein Biotop oder ein privates Schwimmbecken etc. durch geeignete Maßnahmen (z.B. Zaun) vor der Erkundungsneugierde von Kleinkindern geschützt ist. Die Zugangstüre muss selbstschließend und einschnappend sein.
  • Ist Ihr Kind unauffindbar, so suchen Sie zuerst an Orten mit Wasser (Biotop, Bach, Teich, Wassertonne, Planschbecken, etc.). Sollte Ihr Kind ins Wasser gefallen sein, so ist die Zeit für Hilfe äußerst knapp (nur einige Minuten).
  • Schwimmhilfen wie zum Beispiel Schwimmwesten, Schwimmscheiben oder Schwimmgürtel ersetzen keinesfalls die persönliche Aufsicht. Aufblasbare Schwimmhilfen können von den Armen rutschen, defekt sein oder das Kind in eine gefährliche Situation bringen.
  • Um das Risiko des ungewollten Gleichgewichtsverlusts und in das Wasser Fallen etwas zu reduzieren, können sich (Klein-) Kinder auf den Bauch legen, um in das Wasser zu schauen.

Allgemeine Sicherheitshinweise rund ums kühle Nass

Viele Personen können sich über Wasser halten, aber nicht richtig schwimmen. Kinder ab einem Alter von etwa 4 Jahren können sich zwar häufig über Wasser halten, die motorischen Voraussetzungen zum richtigen Schwimmen entwickeln Kinder im Allgemeinen jedoch erst im 5. bis 6. Lebensjahr. Kinder dürfen in der Nähe von Gewässern und Pools daher keinesfalls aus den Augen gelassen werden.

  • Nehmen Sie Warnungen vor Strömungen, Winden etc. sowie alle örtlichen Baderegeln ernst.
  • Überschätzen Sie nie Ihre eigenen und die Schwimmfähigkeiten Ihres Kindes.
  • Wählen Sie für Ihr Kind Badekleidung in gut sichtbaren Farben.
  • Springen Sie nicht ohne vorherige Abkühlung ins Wasser, insbesondere bei hohen Lufttemperaturen. Ein Sprung ins kalte Wasser ohne vorherige Anpassungszeit, führt dazu, dass sich die Adern schlagartig verengen und der Blutdruck stark ansteigt. So lastet ein gewaltiger Druck auf dem Kreislauf, was im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Besonders gefährdet sind dabei ältere Menschen oder Personen mit einem bereits schwachen Herz-Kreislauf-System. Aber auch Muskelschmerzen, welche zu Krämpfen führen können, sind die Folge bei fehlender Anpassungszeit. Gibt man dem Köper jedoch Zeit, um sich an den Temperaturunterschied zu gewöhnen, können diese Gefahren auf ein Minimum reduziert werden. Am einfachsten geht dies, wenn man vor dem Gang ins Wasser eine Dusche nimmt. Fehlt die Dusche, so kann man auch langsam ins Wasser laufen, die Arme abwechselnd eintauchen und damit das Gesicht und den Oberkörper benetzen. So kann sich der Körper Schritt für Schritt an die kühlere Wassertemperatur gewöhnen und einem sicheren Wasserspass steht nichts mehr im Wege.
  • Machen Sie niemals Kopfsprünge in unbekannte oder niedrige Gewässer!
  • Gehen Sie niemals alkoholisiert schwimmen, auch nicht in seichtem Gewässer! Alkohol- und Drogeneinwirkungen am und im Wasser können fatale Folgen haben: Bedingt durch die Hitze wirkt der Alkohol schneller und intensiver, da der Körper ihn schlechter verarbeiten kann. Die Blutgefäße erweitern sich durch den Alkoholkonsum. Beim Schwimmen wird das Blut jedoch schnell abgekühlt und wandert von den Armen und Beinen über den Blutkreislauf in den Körperkern. Das führt dazu, dass selbst bei relativ warmen Wassertemperaturen von 20°C oder mehr, ein Kreislaufkollaps in Folge von Unterkühlung eintreten kann. Auch Selbstüberschätzung und Leichtsinn führen dazu, dass gefährliche Situationen nicht erkannt werden, aber auch Sehprobleme und eingeschränkte Koordinationsfähigkeiten bedingt durch Drogen oder Alkohol führen leider immer wieder zu vermeidbaren Unfällen.
  • Verlassen Sie das Wasser, sobald Sie zu frieren beginnen. Der Körper verwendet im Fall einer Unterkühlung die verbleibende Energie dazu, die lebenswichtigsten Organe zu versorgen und die Kerntemperatur aufrecht zu halten. Dies führt dazu, dass die Bewegungsenergie nach und nach schwindet. Oft fehlt dem_der Schwimmer_in dann die nötige Kraft, um das rettende Ufer zu erreichen.
  • Warten Sie nach einer Mahlzeit eine Weile ab, bevor Sie schwimmen gehen. Nach dem Essen benötigt der Körper vermehrt Energie für die Verdauung. Aus diesem Grund fühlt man sich nach einem üppigen Essen oft müde und träge. Durch die verminderte Durchblutung des Gehirns aufgrund des Verdauens können sportliche Betätigungen kurz nach einer Mahlzeit zu Schwindel und Übelkeit führen. Daher ist es wichtig, dass man dem Körper Zeit gibt, das Essen zu verdauen. Umgekehrt sollte man aber auch nicht mit komplett leerem Magen schwimmen, da eine Unterzuckerung im Wasser eine Hungerrast mit Schwindelanfällen zur Folge haben kann. Deshalb gilt es auch hier vorzubeugen, indem man isst und trink, bevor man Hunger beziehungsweise Durst bekommt.

Allgemeine Informationen zu Wasserunfällen

Wir alle kennen dieses Gefühl – hitzige Temperaturen laden zum Abkühlen ein. Hält man sich an die Baderegeln, ist das alles prinzipiell kein Problem, doch Unachtsamkeit, Unwissen und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten können zu fatalen Unfällen führen. Bei Wasserunfällen ist das schnelle Handeln besonders wichtig. Erste Hilfe ist einfach, das einzig Falsche ist, nichts zu tun.

Ertrinkungsnotfall

Ertrinken ist eine Form des Erstickens. Bei Ertrinkungsunfällen gelangt Flüssigkeit über die Atemwege in die Lunge. Anschließend durchläuft die_der Ertrinkende verschiedene Phasen. Der entscheidende Überlebensfaktor ist die Dauer der Sauerstoffunterversorgung; diese führt nach etwa vier bis fünf Minuten unter Wasser zum Atemstillstand. Zusätzlich gehen Unfälle im Wasser auch immer mit der Gefahr der Unterkühlung einher, die weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Der gesamte Ertrinkungsvorgang kann zwischen vier und fünf Minuten andauern. Es gibt jedoch auch Ertrinkungsnotfälle ohne Abwehrreaktion. Bei diesen Notfällen geht die ertrinkende Person bereits nach zirka 20 Sekunden unter. Sofortige Hilfe ist daher das Um und Auf. Dennoch gilt für Ersthelfer_innen: Die eigene Sicherheit steht an erster Stelle!

Ursachen für einen Ertrinkungsnotfall

  • Sturz ins Wasser bei unzureichenden oder fehlenden Schwimmkenntnissen,
  • Überschätzen der eigenen Kraft oder Kondition (z.B. der Weg zurück ans Ufer wird nicht mehr geschafft),
  • Plötzliche Herzrhythmusstörungen (z.B. als Folge eines Sprungs ins kalte Wasser),
  • Alkohol- oder Drogenrausch,
  • Wasserunfälle (z.B. Kopfsprung in zu seichtes Wasser),
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt),
  • Krampfleiden (z.B. Epilepsie).

Durch den Überlebenskampf ist es der_dem Ertrinkenden nicht möglich, aktiv um Hilfe zu rufen. Ertrinkende können auch nicht gezielt winken, weil in dieser Situation sämtliche Armbewegungen für den Überlebenskampf benötigt werden und daher nicht willentlich gesteuert werden können. Kleinkinder, die noch nicht schwimmen können, sind bei ihrem Abwehrkampf gegen das Ertrinken nicht in der Lage, Mund und Nase über der Wasseroberfläche zu halten. Sie paddeln unter Wasser und können daher nicht rufen, oder sie „erstarren“ und gehen sofort unter.

Phasen des Ertrinkens

  • Ertrinkende schlagen wild um sich, um ihren Mund über Wasser zu halten, und kämpfen panisch gegen das Untergehen an. Teilweise kommt es zum Einatmen von Flüssigkeit. Diese Phase kann bis zu eine Minute dauern. Kleinkinder sind hier eine Ausnahme, sie zeigen in der Regel keine Abwehrreaktionen und ertrinken lautlos.
  • Bewusstseinsklare Personen versuchen, unter Wasser nicht zu atmen. Der dadurch bewirkte Anstieg des Kohlendioxids im Blut führt jedoch zum automatischen Wiedereinsetzen der Atmung.
  • Das in den Rachenraum und die Luftröhre eingeatmete Wasser kann zum Stimmritzenkrampf führen. Dadurch ist kein Eindringen von Wasser in die Lungen möglich, aber auch keine Sauerstoffaufnahme. Die Folge davon ist Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel.
  • Durch den Sauerstoffmangel kommt es zu Anspannung und Versteifung der gesamten Körpermuskulatur und danach zu Zuckungen von Armen und Beinen.
  • Die letzte Phase ist das Einsetzen von flachen Atemzügen – es kommt zum Atemstillstand und in weiterer Folge zu einem Kreislaufstillstand.

Erste Hilfe bei Wasserunfällen

Die Rettung einer ertrinkenden Person muss möglichst schnell erfolgen – dennoch steht die eigene Sicherheit an erster Stelle, da eine Laienrettung ein großes Risiko für das eigene Leben darstellt!

  • Ruhe bewahren, Notruf 144 wählen und auch andere Personen auf die Situation aufmerksam machen.
  • Rettung der betroffenen Person – „trockene“ Rettungsmöglichkeiten:
    • Zurufen: Ist die zu rettende Person in Rufweite, kann diese durch zurufen beruhigt werden und hat einen Orientierungspunkt an Land. Oft reichen klare Anweisungen, anhand derer sich die zu rettende Person selbstständig in Sicherheit bringen kann.
    • Reichen: Durch das Reichen eines Gegenstandes (z.B. Ast, Paddel) kann die zu rettende Person aus der Gefahrenzone gezogen werden.
    • Werfen: Befindet sich die zu rettende Person in Wurfweite, so kann diese durch Zuwerfen eines Rettungsrings oder eines Wurfsackes an Land gezogen werden.
    • Fahren/Rudern: Besteht die Möglichkeit, die zu rettende Person in kurzer Zeit rudernd oder fahrend zu erreichen, so ist diese Möglichkeit dem Einstieg ins Wasser vorzuziehen.
    • Gehen: Der_die Retter_in versucht die zu rettende Person gehend zu erreichen – so kann diese an Land gebracht werden, ohne dass der_die Retter_in schwimmen muss.
    • Falls kein Rettungsmittel verfügbar ist, bieten improvisierte Rettungshilfen eine gute Alternative: Auftrieb bieten z.B. Bälle, Schwimmhilfen, Kanister oder PET-Flaschen, an welchen sich die in Not geratene Person festhalten kann. Aber auch an den Fuß- sowie Taillenenden verknotete Jeans, welche der zu rettenden Person zugeworfen werden können, bieten im Notfall – durch die eingeschlossene Luft – kurzfristig Auftrieb.
  • Wenn Sie es sich zutrauen, die_den Ertrinkende_n selbst an Land zu retten: Benützen Sie auf jeden Fall vorhandene Hilfsmittel wie z.B. Schwimmweste, Rettungsring oder andere schwimmende Gegenstände. Diese eignen sich nicht nur zur Rettung, sondern auch zur „Verteidigung“: Ertrinkende haben Panik und neigen dazu, sich an alles und allem festzuklammern – auch an die_den Retter_in. Dadurch können Sie selbst unter Wasser und in Gefahr geraten!
  • Falls Sie gar keine Gegenstände zu Hilfe nehmen können: Versuchen Sie, von hinten an die Person heranzuschwimmen, damit diese weniger Möglichkeit hat, sich an Ihnen festzuklammern.
  • Schätzen Sie Ihre Kondition richtig ein. Verbrauchen Sie nicht alle Kräfte auf dem Weg zur ertrinkenden Person.
  • Während Sie die gerettete Person an Land bringen, versuchen Sie möglichst deren Kopf über Wasser zu halten.
  • Nachdem Sie die Person aus dem Wasser gerettet haben, müssen Sie das Bewusstsein und die Atmung überprüfen:
    • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft schütteln
    • Atmung überprüfen: Kopf überstrecken, „hören, sehen, fühlen“ für maximal zehn Sekunden.
  • Normale Atmung ist vorhanden: Bringen Sie die_den Betroffene_n in stabile Seitenlage. Überprüfen Sie die Atmung immer wieder, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind! Decken Sie die Person zu, um eine Unterkühlung zu vermeiden (schützen Sie sie aber vor direkter Sonne!).
  • Keine normale Atmung vorhanden: Beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen; 2x beatmen, 30x Herzdruckmassage. Wiederholen Sie dies so lange, bis die Rettungskräfte vor Ort sind oder die Person Lebenszeichen zeigt. Lassen Sie sich unbedingt helfen, und wechseln Sie sich mit einer anderen Helferin bzw. einem anderen Helfer ab!

 

ACHTUNG: Auch wenn die_der Betroffene aus dem Wasser gerettet werden konnte und bei Bewusstsein ist, muss sie_er dennoch ins Krankenhaus gebracht werden! Eine Untersuchung und gegebenenfalls Überwachung ist wichtig, um Folgeschäden (z.B. Lungenschäden) zu erkennen. Diese können auch Stunden später noch zu einem Lungenversagen bis hin zum Tod führen.