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Die Geschichte des Österreichischen Jugendrotkreuzes

1892 - 2000

1892Auf der Internationalen Rotkreuzkonferenz in Rom berichten die Delegierten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie von der Mitarbeit der Schulkinder des Kronlandes Mähren im Roten Kreuz.
1918Unter dem Eindruck der Katastrophe des Ersten Weltkrieges entstehen in Australien und den USA fast gleichzeitig die ersten JRK-Gemeinschaften. Durch ihre Liebesgaben und ihre Briefe an die hungernden Kinder in Österreich wird der JRK-Gedanke auch bei uns bekannt.
1922Erste Gründung des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Verteilung ausländischer Spenden, Organisation der amerikanischen Kinderausspeisung an Wiener Schulen. Die von Dr. Otto Viola vorbildlich gestaltete Zeitschrift Jugendrotkreuz findet bald weltweit Anerkennung.
1938Auflösung des Österreichischen Jugendrotkreuzes.
1948Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Jugendrotkreuz wieder errichtet; zunächst in Tirol und in der Steiermark, schließlich bundesweit. In den Schulen bildeten sich Jugendrotkreuz-Gemeinschaften, die unter der Führung der Lehrer bereit waren, sich der ungeheuren Not und dem Leid der Nachkriegszeitentgegenzustellen.
Ab 14. Februar 1948 ist es mit der Konstituierung der Bundesleitung des ÖJRK auch amtlich. Ein Erlass des Bundesministers für Unterricht ermöglicht dem ÖJRK als einer wichtigen Erziehungsorganisation die Arbeit an allen österreichischen Schulen.
 1950Das Arbeitsprogramm des ÖJRK wird durch Kurstätigkeit (Erste Hilfe, Mutter-Kind-Kurs, Krankenpflege) und Verkehrserziehung (Freiwillige Radfahrprüfung) erweitert.
1953Erste große Bewährungsprobe des ÖJRK im Katastrophenhilfsdienst. Österreichische Berufsschüler errichten in Zeist/Niederlande Behelfsheime für die durch eine Überschwemmungskatastrophe an der holländischen Küste obdachlos gewordenen Kinder.
1955Erstes Diabetikerlager in Wien/Hörndlwald. In den nächsten Jahren werden derartige Therapieferien zum Fixpunkt des ÖJRK-Arbeitsprogrammes. Im Jahr darauf findet erstmals das Internationale Studien- und Freundschaftslager im Wittek-Heim in Mariazell statt.
1960Erstmals treffen sich alle JRK-Schulsprecher zu einer Tagung in Wien.
1968Die österreichische JRK-Delegation erringt beim Erste-Hilfe-Wettbewerb in Heidelberg unter 20 Mannschaften aus 12 Nationen den 1. Rang.
1969Nicht Behinderung, sondern Spaß! So lautet die Maxime beim Ferienlager fürkörperbehinderte Kinder- und Jugendliche, das in diesem Jahr erstmals stattfindet.
1972Das ÖJRK veranstaltet Therapieferien für hämophile Kinder und Jugendliche zum ersten Mal. Aktuell ist auch die Thematisierung des Umweltschutzes. Analog dazu wird vom ÖJRK ein umfassendes Erziehungsprogramm erarbeitet.
1973Die Therapieferien für asthmakranke Kinder und Jugendliche finden erstmals statt. Fortbildung im Arbeitsprogramm des ÖJRK: Seminar für Geschichtslehrer zur Einführung in das Humanitäre Völkerrecht und die Genfer Abkommen und zur Auswertung im Unterricht.
1977Erstes Seminar für Biologielehrer zum Thema Ökologie und Umweltschutz. Präsentation der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umweltwissenschaften und Naturschutz erarbeiteten Umweltschutz-Folienmappe.
1980Das Ferienengagement wird mit dem Therapielager für rheumakranke Kinder und Jugendliche komplettiert. Anlässlich der 100-Jahr-Feier des Österreichischen Roten Kreuzes werden 2.000 Lehrbehelfe (Kassetten) zum Thema Genfer Abkommen an allen österreichischen Pflichtschulen und AHS verteilt.
1983Aufsatzwettbewerb "Der Friede beginnt im eigenen Haus". Mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüer beteiligten sich daran. Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger empfängt die Bundessieger am 8. Mai, dem Weltrotkreuztag.
198493.000 Schüler der 3. Klasse der Volksschule und 5. Klasse der Allgemeinen Sonderschulen beginnen mit dem neuen Programm für Erste Hilfe und Unfallverhütung.
1986Das ÖJRK startet das Helfi-Programm - Erste Hilfe für Schülerinnen und Schüler an den Volksschulen. Das ÖJRK informiert im Lehrermagazin ArbeitsBLÄTTER über AIDS und Blutspendewesen.
1987Meinungsumfrage hinsichtlich der Bekanntheit des ÖJRK. Ergebnis: 82 %; bei Jugendlichen im Alter von 14 - 19 Jahren 91 %. Mittlerweile sind bereits 270.000 Schülerinnen und Schüler im Jugendrotkreuz aktiv.
1990Ein Herz hat nur, wer es für andere hat: die Rumänienaktion des ÖJRK. Familien in allen Bundesländern nehmen rund 1.800 rumänische Kinder zur Erholung auf. Die Öffnung der östlichen Grenzen in Europa bietet Kooperationsmöglichkeiten. Integration von Zuwandererkindern wird zur Zielsetzung auch im Unterricht "Politische Bildung". In New York eröffnet Perez de Cuellar den Weltgipfel für Kinder.
1992Eine Statistik belegt: Der Schwerpunkt der Straßenverkehrsunfälle von Kindern liegt mit 45 % als Mitfahrer in PKWs sehr hoch, mehr als 30 Kinder verunglücken pro Jahr tödlich. Mit einem Ideen- und Zeichenwettbewerb zum Thema Sicherheitsgurt will das ÖJRK die Einsicht in die Lebensnotwendigkeit der Verwendung des Sicherheitsgurtes wecken.
1993Es kann nicht sein, was nicht sein darf... Das ÖJRK thematisiert Kindesmisshandlung. Jährlich sterben in Österreich nachweislich 20 Kinder durch die Lieblosigkeit und das Schweigen von Erwachsenen, die Dunkelziffer ist weitaus höher.
1994Peergroup-Education wird vom ÖJRK als aufklärendes Pilotprojekt an den Wiener AHS durchgeführt: "Information - your first defence against AIDS". Im Schuljahr 1994/95 startet die bisher erfolgreichste Spendenaktion in Österreich "Nachbar in Not".
1995Gewalt löst keine Probleme - ein Schwerpunktthema des ÖJRK.
Die größte humanitäre Kinder- und Jugendorganisation blickt auf einerfolgreiches Spendenjahr zurück: Fast 25 Millionen Schilling konnten in Katastrophenvorsorge, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, Erholungs- und Therapielager etc. investiert werden. Essstörungen werden erstmals an Schulen thematisiert; ein weiterer Schwerpunkt des ÖJRK. Leistungsversagen als Spiegel der Seele: Erste Hilfe bei Schulschwierigkeiten.
1996Sexuelle Gewalt gegen Kinder als eines der Jahresthemen des ÖJRK. Österreichs Schüler unterstützen Kinder in der Krajina: 159 Schulkisten und eine halbe Million Schilling für Schuljausen. Im letzten Schuljahr halfen fast 28 Millionen Schilling das Arbeitsprogramm des ÖJRK fortzuführen, allein 4,5 Millionen Schilling flossen in die Katastrophenvorsorge.
1997Das Themen des Jahres: "Integration - Schule ohne (Aus-)Grenzen"; "Deine Welt - meine Welt, vom Fremden lernen". Der Radiosender Ö3 beschließt die jährliche Advent-Spendenaktion den Therapielagern des ÖJRK zu widmen.
1998Das ÖJRK zieht anlässlich des 50-jährigen Jubiläums eine humanitäre Erfolgsbilanz und setzt seine Arbeit neben Entwicklungshilfe (Schulprojekt Sonnenblume in Porto do Mato, Brasilien) u.a. mit dem Thema Generationenverantwortung "Miteinander leben. Voneinander lernen" fort. Zwei Landesleitungen (Wien und Kärnten ) veranstalten erstmals ein Therapielager (Diätaufenthalt) für adipöse (fettleibige) Kinder und Jugendliche. Hurrikan Mitch hinterlässt in Südamerika eine Spur der Verwüstung. Das Jugendrotkreuzunterstützt den Wiederaufbau von Schulen in Nicaragua.
1999Dem 50-jährigen Jubiläum der Genfer Abkommen widmet das Jugendrotkreuz als Beitrag zur Friedenserziehung breiten Raum. Und gleich im Frühjahr scheint das Thema aktueller denn je: Die humanitäre Katastrophe der Kosovo-Flüchtlinge mobilisiert hierzulande umfassende Spendenbereitschaft und Engagement. Im Rahmen der Katastrophenhilfe errichtet das Jugendrotkreuz im Österreich-Camp (Shkodra) erstmals eine Campschule. Im Herbst beginnt mit Unterstützung des Roten Kreuzes und des Jugendrotkreuzes der Wiederaufbau im Kosovo (Istog).
2000Das Millenniumsschuljahr steht unter dem Motto "Gut drauf". Über vier verschiedene Zugänge (Gesunder Selbstwert, Ich und die anderen, Ernährung, Bewegung und Entspannung) wird dieses Thema aus dem Bereich der Gesundheitserziehung in enger Zusammenarbeit mit GIVE, der Servicestelle für Gesundheitsbildung, aufbereitet. Analog werden die Problemstellungen in den Medien des Jugendrotkreuzes thematisiert - allen voran im Lehrermagazin ArbeitsBLÄTTER, wo Unterrichtsbeispiele konkrete Anregungen zur Aufbereitung im Unterricht anbieten, aber auch altersgerecht in den Kinder- und Jugendzeitschriften sowie über Plakatserien, mit denen die ÖJRK-Themen an den Schulen beworben werden.