Von 13. bis 15. Juni 2025 veranstaltete die Rotkreuz-Bezirksstelle Innsbruck Land in Seefeld das Landesjugendcamp des Tiroler Jugendrotkreuzes unter dem Motto „zamm.helfen“. Nach sechsjähriger Pause kamen rund 180 Jugendgruppenmitglieder zwischen 10 und 17 Jahren und ihre rund 80 Betreuer:innen aus Tirol sowie Gastgruppen aus Bayern und Südtirol zusammen, um ein Wochenende voller Begegnungen, Gemeinschaft und gelebter Menschlichkeit zu erleben.
Das Camp wurde als Green Event durchgeführt und verband Freizeit, Bildung und Wertearbeit. Neben Workshops, Kreativ- und Spielangeboten konnten die Teilnehmer:innen beim Erste-Hilfe-Escape Cube des Jugendrotkreuzes ihr Wissen spielerisch unter Beweis stellen. Themen wie Erste Hilfe, Psychische Erste Hilfe, die Grundsätze des Roten Kreuzes standen ebenso im Mittelpunkt wie Demokratie, Vielfalt, Nachhaltigkeit und soziales Engagement.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Jugendrotkreuz-Landesbewerb und dem Henry Cup. Beim Jugendrotkreuz-Landesbewerb stellten die Teams ihre Kenntnisse in Erster Hilfe und sozialem Handeln unter Beweis. Dabei wurden auch aktuelle gesellschaftliche Themen aufgegriffen, etwa eine Station, bei der ein queer lebendes Paar Opfer eines Angriffs wurde und alle verletzten Personen erstversorgt und betreut werden mussten - sowohl die Opfer wie auch der Angreifer selbst. Die Jugendlichen zeigten eindrucksvoll, dass Hilfe allen Menschen gleichermaßen gilt – ganz im Sinne der Rotkreuz-Grundsätze von Menschlichkeit und Unparteilichkeit.
Der Henry Cup stellte soziale Kompetenzen, Teamgeist und Zusammenhalt in den Vordergrund. Die Teilnehmer:innen übernahmen dabei die Rolle von Hilfsteams in einem fiktiven Katastrophengebiet, das nach einem schweren Sturm mit Überschwemmungen auf Unterstützung angewiesen war. Ziel war es, gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen und dabei die Werte des bedingungslosen Helfens zu leben. Im Mittelpunkt standen nicht Schnelligkeit oder Wissen, sondern Zusammenarbeit, Inklusion, Fairness und Menschlichkeit.
Der Schutz und das Wohlergehen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen hatten während des gesamten Landesjugendcamps höchste Priorität. Auf Grundlage der Kinder- und Jugendschutzrichtlinien des Roten Kreuzes wurden bestehende Sicherheits- und Betreuungskonzepte im Vorfeld nochmals überprüft und weiterentwickelt. Besonders vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in Graz standen den Teilnehmer:innen geschulte Ansprechpartner:innen zur Verfügung, die bei Fragen, Unsicherheiten oder belastenden Themen unterstützend begleiten konnten. So wurde sichergestellt, dass das Camp nicht nur ein Ort des Lernens und der Gemeinschaft, sondern auch ein sicherer Raum für persönliche Entwicklung, Austausch und Vertrauen war.
Die Organisation des Camps war ein großer Kraftakt: Über 150 Helfer:innen – überwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter:innen des Roten Kreuz Innsbruck-Land und des Jugendrotkreuz Tirol – sorgten gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf. Ihr Engagement machte das Landesjugendcamp zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.
Das Wochenende zeigte eindrucksvoll, wie Jugendarbeit junge Menschen stärkt und ihnen vermittelt, dass sie aktiv Verantwortung übernehmen können. Neue Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und das Bewusstsein, durch Zusammenhalt etwas bewegen zu können, machten „zamm.helfen“ zu einem unvergesslichen Landesjugendcamp.