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Ein Anruf mit Folgen

Lazar ist erst 8 Jahre alt, als seine Mutter an Krebs erkrankt. Doch er steht ihr zur Seite wie ein Großer.

Lazars Mutter bekommt vom Arzt einen schlimmen Anruf. Sie hat Brustkrebs im Endstadium und wird wahrscheinlich nicht überleben.

Lazar ist da erst 8 Jahre alt. Zuerst denkt er, dass Krebs so etwas Ähnliches ist wie die Grippe – und die geht ja schnell vorbei.

Doch bald merkt er, dass es seiner Mutter immer schlechter geht und sie nicht so
schnell gesund wird, wie er gehofft hat. „Ich habe schon früh gelernt, dass das Leben
nicht immer so ist, wie man es sich vorstellt“, erzählt der heute 16-Jährige.
 

Sein Leben steht kopf

Denn was auf den Anruf des Arztes folgt, stellt das Leben von Lazar auf den Kopf. Während sich die Kinder aus seiner Klasse nach dem Unterricht auf ein Eis treffen, begleitet er seine Mutter zu Arztterminen. In der Apotheke muss er wichtige Medikamente
abholen. Er telefoniert mit dem Krankenhaus, weil seine Mutter zu schwach ist, um die Gespräche selbst zu führen.

Geburtstagseinladungen schlägt er aus, weil er Angst hat, seine Mutter danach ohnmächtig auf dem Boden zu finden. Er bleibt lieber zu Hause, denn vielleicht muss er wieder die Rettung rufen.
 

Eine anstrengende Zeit

Lazars Mutter muss in sechs Jahren acht Operationen, unzählige Bestrahlungen und Chemotherapien über sich ergehen lassen. Entgegen allen Befürchtungen überlebt sie diese anstrengende Zeit.

Dass ihr kleiner Sohn ihr während dieser Zeit zur Seite gestanden ist, macht ihr ein sehr schlechtes Gewissen. Er musste viele Dinge machen, die sonst nur Erwachsene tun. Er war oft allein zu Hause. Und sie fürchtet, sie habe ihm die Kindheit geraubt.

Doch Lazar lächelt. „Ich finde das nicht. Meine Mutter war mir in dem Moment wichtiger als die Geburtstagsfeste. Und dafür genieße ich jetzt meine Jugend so richtig.“

Lazar trifft seine Freunde zum Fußballspielen und Plaudern. Sie gehen miteinander essen, ins Fitnesscenter und verbringen viel Zeit miteinander.
 

Fußball hilft

Vor allem das Fußballspielen hat Lazar dabei geholfen, die schwierige Zeit gut zu überstehen. Mittlerweile spielt er auch in einem Verein und hat große Pläne: Eine Fußball-Akademie möchte ihn aufnehmen. Er ist ein ausgezeichneter Tormann und mit dem richtigen Trainingsplan und persönlichem Coaching hat er vielleicht sogar Chancen auf eine professionelle Fußballkarriere.
 

Am Meer abschalten

Wenn der Fußballverein im Sommer Pause macht, gibt es für Lazar eine andere Ablenkung: Seit 5 Jahren fährt Lazar im Juli zum Juniorcamp vom Roten Kreuz. Das wird speziell für Kinder und Jugendliche organisiert, die zu Hause schwerkranke Eltern haben.

Zwei Wochen Sport, Spaß und Meerurlaub – das klingt toll. Doch zuerst war Lazar sehr skeptisch. Er wollte keine neuen Freundschaften schließen, sondern selbst mit der Situation klarkommen.

Aber schon bald merkte er, dass alle Campteilnehmer daheim die gleichen Erfahrungen gemacht hatten. „Ich dachte immer, ich bin der Einzige in dieser Situation. Aber auf dem Camp kann man sich aussprechen und weiß: Die anderen verstehen einen.“

Erschienen in unserer Schülerzeitschrift SPACE im September/Oktober 2025.

Aktuelle Termine:

Juniorcamp

Montag, 13. Juli bis Sonntag, 23. Juli 2026

Ankaran, Slowenien

 

Young Carers Retreat

Freitag, 22. Mai bis Sonntag, 24. Mai 2026

Ammersee, Deutschland